Betondüse

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JAU
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Re: Betondüse

Beitrag von JAU » 24. Feb 2018, 09:53

Enrico hat geschrieben:Habe mir Tonerde Zement besorgt, der geht bis 1200 Grad.
Tonerdezement hat eine hohen Aluminiumoxidanteil. Gehört damit zu der Kategorie Calciumaluminatzement.
Enrico hat geschrieben:Werde das denn mit einem feinen Estrich Kies mischen.
Einen Teil der Feuerfestigkeit macht auch die Temperaturbeständigkeit des Zuschlags aus.
Enrico hat geschrieben:Habt ihr eigentlich euere düsen stramm eingesetzt oder habt ihr Luft eingeplant.
Die erste saß schon stramm, allerdings ungeplant weil die Form auch ein wenig konisch war. Ausgehend davon wo die Düse gebröckelt und gebrochen ist hatte das die Lebensdauer vermutlich verkürzt.

Jetzt bau ich die Düse 1cm schmaler und hab ordentlich Luft auf beiden Seiten.


mfg JAU
Zuletzt geändert von JAU am 24. Aug 2018, 18:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Freeliner
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Re: Betondüse

Beitrag von Freeliner » 24. Feb 2018, 09:54

Lass einfach in der Länge und Breite gute 5mm Luft, dann haste keine Stress dbzgl. ;)
In der Fertigung haste ja auch eine gewisse Toleranz + die Winkligkeit usw...

Lieber am Ende 2mm mehr Luft, als einen zu wenig ;)

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Re: Betondüse

Beitrag von Enrico » 29. Mär 2018, 13:06

So erster Versuch Betondüse läuft.
Formbaum war keine Problem.
Als Rohre habe ich Kupfer genommen. Waren gerade da.
Habe Sand und cement wie auf den Sack beschrieben Gemischt Wasser müsste ich etwas mehr nehmen wollte es ja gießen und nicht Krümeln.

Habe dann nochmals Google angeschmissen und was über Feuerbeton und Tonerdezernent gesucht.
Und dann habe ich ein Dokument gefunden was ich vielleicht Mal hätte vorher finden sollen jetzt weiß ich mehr über die Zusammensetzung solcher betone aber mein erster Versuch trocknet jetzt und wird am Samstag angefeuert. Muss jetzt laufen da am 13.4. der schorni Messen und abnehmen will. Bis da hin muss das Ding halten dann baue ich neu.

Ist bei eueren walltherms eigentlich unter den rosten auch so ein Filzgewebe mit dünn Schamotte drauf oder hat das der Vorbesitzer bei mir rein gefummelt.

Gruß Enrico

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Re: Betondüse

Beitrag von JAU » 30. Mär 2018, 14:03

Enrico hat geschrieben:Habe Sand und cement wie auf den Sack beschrieben Gemischt Wasser müsste ich etwas mehr nehmen wollte es ja gießen und nicht Krümeln.
Erster Fehler.
Bei Beton ist das Zement/Wasser-Verhältnis entscheidend. Möchte man einen flüssigeren Beton erhalten genügt es nicht den Wasseranteil zu erhöhen, man muss auch mehr Zement zugeben.

Zweiter Punkt:
Ein Beton wird auch immer noch ein wenig flüssiger wenn er richtig gut durchmischt ist. Wenn Handmischungen (in Schubkarre oder Betonmischer) zu viel Wasser bekommen hängt das meiner Ansicht mit der Ungeduld der Anwender zusammen.
Ist bei eueren walltherms eigentlich unter den rosten auch so ein Filzgewebe mit dünn Schamotte drauf oder hat das der Vorbesitzer bei mir rein gefummelt.
Schamott nicht, aber der genannte Filz und eine Blechabdeckung.
Hab ich aber entfernt. Oder besser gesagt: Der Staubsauger hats gefressen und wurde nur unter der Düse ersetzt.


mfg JAU

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Re: Betondüse

Beitrag von Sirnicha » 18. Jun 2018, 13:47

Servus Leute,
stehe jetzt auch kurz davor mir eine Düse zu giessen... :shock:
Dazu habe ich mal eine Frage: Hat bisher schon jemand probiert die original Zuluftführung im Block (von vorne über den Luftschieber) mit einzugiessen?
Sollte ja über einen zweiten Kern machbar sein. Sorgen würde ich mir allerdings wegen der Rissgefahr machen.
Hab das mal grob für eine Seite im CAD dargestellt, Kerndurchmesser wären hier 20mm.
Ich denke es wäre schon sinnvoll wenn der Block über die Löcher Frischluft bekommt und nicht Holzgas.

Was meint Ihr?
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VG,
Felix

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Re: Betondüse

Beitrag von JAU » 20. Jun 2018, 12:27

Sirnicha hat geschrieben:
18. Jun 2018, 13:47
Hat bisher schon jemand probiert die original Zuluftführung im Block (von vorne über den Luftschieber) mit einzugiessen?
Meine Experimente in der Richtung gehen nur sehr schleppend voran.
Sorgen würde ich mir allerdings wegen der Rissgefahr machen.
Ich hab bei meinen Düsen jetzt schon Rissgefahr an weniger delikaten Stellen. Vorzugsweise Stirnseite von oben nach unten entlang des rechteckigen Düsenkerns.
Hab das mal grob für eine Seite im CAD dargestellt, Kerndurchmesser wären hier 20mm.
Sind die kleinen Querbohrungen >10mm wäre das eine Engstelle.
Ich denke es wäre schon sinnvoll wenn der Block über die Löcher Frischluft bekommt und nicht Holzgas.
Bekommt er ja auch.

Frischluft kommt von unten, wird an der unteren Türe vorbei geleitet und zwischen den Türen nach links und rechts verteilt. Dort gelangt sie als Primärluft über die Aschekästen und durch den Rost in den oberen Brennraum.
Original wird die Sekundärluft durch den Sekundärluftschieber in den Düsenblock geleitet, dort verteilt und versorgt den unteren Brennraum.
Solange der Kamin zieht kommt kein Holzgas in den Frischluftkanal unter den Rosten.

Nachteil des Düsenblocks ist freilich das wir den Sekundärluftschieber umgehen und damit außer Funktion setzen. Wobei seine Funktion original schon nicht sehr ausgeprägt war.
Möchtest du nun den Sekundärluftanteil reduzieren hast du aber immer noch die Möglichkeit den Querschnitt zu reduzieren indem du die Löcher kleiner gießt oder einfach verstopfst. Verglichen mit der Betriebsanleitung ist das nicht mal ein Nachteil, da ist auch die Rede davon den Sekundärluftschieber einmal einzustellen und dann so stehen zu lassen.


Es gibt eine Idee die wir noch nicht ausprobiert haben: Bringt es etwas die Zuluftöffnungen asymmetrisch anzuordnen um die Luft in der Düse gleichmäßiger zu verteilen?


mfg JAU

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Re: Betondüse

Beitrag von Sirnicha » 22. Jun 2018, 13:17

Mhh, bezüglich Rissgefahr wäre wohl ein Versuch vonnöten... :?
Es ist zwar wahrscheinlich nicht sehr relevant, aber ich denke schon dass er durch die seitlichen Luftlöcher auch eine Portion Holzgas abbekommt. Es gibt ja keine wirkliche Trennung zwischen Frischluft und Holzgas...
Vielleicht probier ichs mal...
Ich hätte jetzt auch noch Stege in der Oberseite vorgesehen, damit nicht ganz soviel an Material durch die Düse fällt.
11mm stark, keine Ahnung ob und wie lange die halten...
Kern.JPG
Kern schnitt.JPG
Mehr Sorgen macht mir zur Zeit eine adäquate Rüttelvorrichtung an der Schalung.
Habe mir überlegt ob nicht ein Bohrhammer (Schlagwerk alleine) mit einem modifiziertem Bohrer (dicke Scheibe an Spitze geschweißt zur Kraftübertragung) nicht auch eine gute Lösung wäre. Würde dann den Schalblock gegen eine seitliche Abstützung aus Schaumstoff stellen und dann von der Seite mit dem Bohrhammer drauf fahren.
Probieren geht über studieren... 8-)

VG,
Felix

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Re: Betondüse

Beitrag von JAU » 24. Aug 2018, 18:16

Ich hab mal wieder einen etwas anderen Prozess versucht. Völlig neu ist die Idee nicht, vielleicht erinnert sich wer: ich hatte das Material schon damals im Haustechnikforum in die Runde geworfen...
Ergebnis ist ok, mein Fazit weniger. :?

Hintergrund: Die Stahlröhrchen rauszuziehen nervt mich etwas und den Styrokern immer vorbereiten macht bei mehreren Düsen im Jahr auch kein Spaß. Daher die Idee: ein Kern der sich ganz einfach entfernen (und recyclen) lässt.

Ich lass mal die Bilder sprechen.
Düse 5 ausgeschalt.jpg
Düse 5 mit Wachskern
Luftlöcher sind ein paar fertige Kerzen mit 12mm Durchmesser. Mit dem Heißluftföhn erwärmt und an den Kern angepappt. Der Kern war auch nur auf die Siebdruckplatte aufgeschmolzen. Ist bissl knifflig, hält aber ausreichend.
Düse 5 unten.jpg
Düse 5 Unterseite
Nach dem ausschmelzen sah man an der Unterseite dann auch das es Wachs einen etwas eigenen Kopf hat.
Düse 5 oben.jpg
Düse 5 Oberseite
Es bleiben wirklich alle "Details" erhalten. 8-)


Für den Kern hab ich mir ebenfalls ein Gussform gebaut. Um die Rundung hinzubekommen hab ich auf hitzebeständiges Silikon zurückgegriffen und einfach eine Styropordüse abgeformt.
Düse 5 Wachskern.jpg
Wachskern in Gussform
Parafinwachs dehnt sich mit der Temperatur aber recht deutlich aus.
Düse 5 Wachskern Problem.jpg
Wachskern in einem Arbeitsgang gegossen
Das heißt: beim Abkühlen schrumpft der Kern und bekommt eine sehr deutliche Beule. Man kann das umgehen indem man den Kern in 3-5 Arbeitsgängen gießt (hab ich bei Düse 5 auch so gemacht). Gegenüber Styropor hat man, vom Arbeitsaufwand her, damit aber nix gewonnen.


Daher wird es bei diesem einen Versuch bleiben. :(


mfg JAU

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Re: Betondüse

Beitrag von tsrg » 27. Okt 2018, 13:10

Ich hab seit heute ebenfalls den ersten gegossenen diesen Block drin. Ich glaube, dass ich Zugprobleme der anderen Art habe. Wahrscheinlich ist der Zug jetzt zu groß, so dass im oberen Brennraum kein Feuer mehr zu sehen ist. Mit der Zeit stirbt dann natürlich auch die untere Flamme ab. Gibt es irgendwelche Lösungsansätze?

Mein Gedanke wäre, bei nächster Gelegenheit die Öffnungen für die Vergaserflamme zu verkleinern, in dem ich teilweise ein Blech drauflege und somit die Fläche verkleinere. Mal schauen, ob es funktioniert. Für andere Ideen bin ich natürlich dankbar.

Schönes Wochenende
TS

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Re: Betondüse

Beitrag von JAU » 27. Okt 2018, 14:37

Servus,


man bekommt das in Griff indem man Querschnitt oder Anzahl der Luftlöcher reduziert. Das kann man auch gut nachträglich machen wenn man was Feuerfestes reinstopft.


mfg JAU


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