flying walli

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ice77
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flying walli

Beitrag von ice77 » 14. Okt 2018, 04:00

Hallo Leute,

endlich ist es soweit. Unser Walli Wilder Kaiser ist zu Hause eingezogen - wenn auch erstmal in die Garage, da der Aufstellort noch saniert werden muss. Dann darf er einziehen.

Vor etwas über 10 Jahren hat mir ein Arbeitskollege das erste Mal von der Fa. Wallnöfer erzählt und von diesem Ofen geschwärmt. Was er so von sich gegeben hat, hörte sich schlüssig an. Das war die Geburtsstunde des Wunsches, einen Walli besitzen zu wollen. Designtechnisch hat mir schon immer ein Wilder Kaiser am besten gefallen, da er sehr ansprechend in die Wand eingelassen werden kann. Wenns klappt wird er bei uns auch in der Wand "versteckt".

Hier ist er, unser flying Walli - beim Abladen:

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Es ist ein gebrauchter geworden, welcher mir eher zufällig über den Weg gelaufen ist ohne direkt danach zu suchen. Da wir einen 50KW HV im Keller haben, ist der "Wärmeknecht" ja schon in Betrieb. Der Walli wird eher ein nettes add on, um ab und an mal Feuer zu sehen und dem Wunsch nachzugeben so einen wunderschönen Ofen zu besitzen. Einen Vorstoss mit einem Wohnraum HV hatten wir mit dem Xeoos X8 ja schon gewagt. Das Ergebnis hatte ich ja schon in einem anderen Thread ausführlich dargelegt. Ich bin froh dass wir so einen guten Händler hatten, der ihn wieder zurück genommen hat. Jetzt schauen wir mal, wie gut wir mit dem Walli zurecht kommen.

Beim Bau unserer Heizungsanlage mit 6.000l Pufferspeicher habe ich schon die Anschlüsse für den Walli vorgesehen und mit Kugelhähnen incl. Verschraubung verschlossen. Die Anbindung des Walli wird was das angeht ein Kinderspiel.

Die Rücklaufanhebung mit einem thermischen Stellglied ist auch dabei. Bin mir aber noch nicht sicher, ob es nicht besser wäre, eine Rücklaufanhebung mit 3 Wege Motormischer zu verbauen, damit man wie beim HV im Keller die Rücklauf Temperatur genau steuern kann. Unser HV schichtet mit 87 Grad von oben nach unten ein und bekommt den Vorlauf über ein ESBE 5MG Ventil mit 70 vorgelegt. Damit ist die Rücklaufanhebung vom HV im Regelbetrieb fast vollständig geöffnet. Auch gibt es so keine Kaltstarts, da ich den HV mit heissem Pufferwasser auf mind 55 Grad vorwärme und dann erst das Feuer entzünde. Das hat den Vorteil, dass der Kessel schonend aufgeheizt wird und dann quasi fast warm startet.

Das 5MG nutze ich deshalb, um das kalte Pufferwasser unangetastet zu lassen, damit möglichst maximal davon für die Solarthermianlage vorgehalten werden kann und somit deren Wirkungsgrad steigert.

Die Vergaservorwärmung beim Walli wäre ggf. ja auch interessant - aber noch interessanter wäre die Anbindung an eine konstante Rücklauf Temp von dann ggf. 65 Grad. Den "Rest" kann ja dann die Rücklaufanhebung des Walli regeln. So würde auch beim Wallibetrieb das kalte Pufferwasser bestehen bleiben und der Walli nur auf den Pufferköpfen wirken. Wenn ich das mit dem thermischen Stellglied realisieren würde, dann könnte es sein, dass die Ladepumpe vom Walli nie ausgehen würde.

Ggf. noch ein kurzes Wort zur Verrohrung der Bestandsanlage:

Es wurden leider nur 3 Puffer a 2.000l verbaut. Mehr ging in den Keller nicht rein. Die komplette Verrohrung ist in 1 1 /2" Schwarzrohr ausgeführt worden. Rohrleitungen alle nach Tichelmann angebunden. Es gibt 2 ESBE 5MG Mischer. Einer für die Niedertemperaturheizung (Wandheizung) und eine für den HT Teil (Heizkörper und Vergaser Rücklauf versorgung). Lade und Entladeleitungen laufen alle über 1 1 /2" Spirpvent, sowie entsprechend gleich groß dimensioniertem Spirotrap.
Die Heizkreise haben jeweils auch einen Spirotrap (Schlammabscheider in passender Größe (NT 1 1/2", HT 1")). Die Friwa wird über einen 1" Spirovent über die Pufferköpfe mit Frischwasserreserve versorgt. Somit bleiben die Puffer IMMER LUFTFREI. Bei jedem Warmwasserbezug wird quasi im Bedarfsfall entlüftet. Ein Spirovent wirkt sogar bidirektional, da über diese Leitung geladen, sowie Heiswasser bezogen werden kann. Die Anlage läuft jetzt seit 2 Jahren störungsfrei. Der 50KW HV hat ein 85l ADG bekommen, die restliche Anlage hängt an einem 1.000l ADG.

Jetzt werde ich mir nach und nach Gedanken machen, wie der Walli hier möglichst effizient eingebunden werden kann, damit auch er sauber läuft und es keine Probleme gibt mit "nicht ausgehenden Pumpen" oder ähnliches.
Zuletzt geändert von ice77 am 14. Okt 2018, 05:03, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: flying walli

Beitrag von ice77 » 14. Okt 2018, 04:14

Ich denke, fürs Erste hab ich genug über den "Anlagenbestand" erzählt. Wer noch Interesse an weiteren Infos hat, kann mich ja gerne anschreiben.

Bevor ich es vergesse: mit was würdet ihr den Walli "füllen", um ihn einzulagern? Die Wassertasche ist sicherlich noch teilgefüllt mit Wasser. Wenn ich ihn so stehen lasse, wird er bestimmt rosten und gammeln.

Hier noch ein paar Bilder vom Zustand. Gelaufen ist er grob 12 - 20 Ster. So genau konnte es die Familie nicht sagen.

Innenleben:

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Re: flying walli

Beitrag von ice77 » 14. Okt 2018, 04:14

Düse und Roste:

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Die Düse sieht noch aus wie neu. Das dürfte sicherlich an der geringen Laufleistung liegen. Die einteiligen Roste haben aber schon deutliche Verschleisserscheinungen. Sicherlich wird er so laufen können, aber ggf. bestelle ich mir da schon mal Ersatz und in dem Zuge dann auch die IR Scheiben, da ich so wenig Wärme wie möglich in den Raum auskoppeln möchte, da das Haus jetzt saniert wird und der Aufstellort nicht sonderlich üppig ist. Die m2 müsste ich mal rausmessen (geschätzt ggf. 25-30m2).


So - das wars erstmal von mir. Jetzt bin ich gespannt was ihr von meinem "Traumofen" haltet :-)

LG ice77

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Re: flying walli

Beitrag von JAU » 17. Okt 2018, 19:43

Abend,


bei dem Motormischer in der Rücklaufanhebung war mein erster Reflex ja: Völlig unnötig.
Aber so im Detail erläutert ist das gar keine schlechte Idee. Mit den Abschalten der Pumpe muss man dann halt mal schauen. Aber wenn da jetzt schon eine Sonderlösung am großen HV hängt wird das schon werden. 8-)

Zum Einmauern sei gesagt das du dran denken solltest dir genug Platz für die große Reinigung zu lassen. Auch wenn der Ofen nur zur Deko läuft, putzen wird man ihn doch gelegentlich müssen.

Bei den Scheiben schadet es nix wenn man welche auf Ersatz liegen hat. Die platzen schonmal von jetzt auf nachher.
Wenn du die untere also gegen IR-Glas tauschst hast du zumindest schnellen Ersatz parat.

Gussroste wurden zwischenzeitlich mal durch kleinere ersetzt. Bei denen ist es nicht mehr ganz so tragisch wenn sie sich verziehen. Bei den großen kanns auch sein das die dann im Ofen klemmen weil sie durch den Buckel auch länger werden.
Ältere Öfen brauchen bei den aktuellen Rosten zusätzliche Auflagebleche. Die sind bei dir nicht nötig.


Und der Ofen ist in wirklich gutem Zustand, ich kann dich zu deinem Kauf nur Beglückwünschen.


mfg JAU

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Re: flying walli

Beitrag von ice77 » 22. Okt 2018, 00:44

Was den Zustand angeht - genau das dachte ich auch, als ich den Walli dann live sehen durfte. Ein wunderschöner Ofen in einem wirklich brauchbaren Zustand. Das Schamottinnenleben hat ein wenig gelitten, aber der riesen Kostentreiber für einen Austausch wäre er sicher nicht.

Die Düse hat mich überrascht - dass diese noch so gut aussieht.

Mir gibt der Walli dann, wenn er eingerüstet ist auch die Sicherheit, dass meine Frau mal Feuer machen kann wenn es wirklich notwendig sein sollte... ohne an den 50KW Klotz zu müssen. Vor dem Vergaser im Keller hat sie einen heiden Respekt und kommt auch gar nicht so richtig dran beim Einschichten vom Holz. Und dann kommt noch hinzu, dass wenn was schief geht beim Anfeuern, der HDG schwarz dampfen kann wie eine alte Dampflock - ob sie das Biest dann wieder gezähmt bekommt, bevor die Feuerwehr vor Ort ist... ist fraglich :-).

Langfristig werden wir aber aus Komfortgründen eine ganz kleine Gastherme als Backup einbauen, damit wir auch mal im Winter das Haus verlassen können, ohne dass die Bude einfriert, da bei uns bei Abwesenheit keiner kommen kann um mal alle paar Tage Feuer zu machen.

Der nächste Schritt mit dem Walli wird sein, das gute Stück mal auszuspülen und gefüllt mit Flüssigkeit einzulagern. Ggf. fülle ich Glykol von der Solaranlage ein. Mal schauen. Blankes Wasser dürfte im Inneren gammeln - und so mit einer Restpfütze im Tauscher mag ich ihn auch nicht lange stehen lassen.

Ggf. hat ja einer von euch eine Idee, analog dem Glykol.

Totes Heizungswasser könnte im Prinzip doch auch gehen, oder?

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Re: flying walli

Beitrag von JAU » 22. Okt 2018, 03:15

Morgen,


also Luft ist in jedem Fall schlecht. Glykol brauchts wegen mir aber auch nicht. Heizungswasser ist ja nur "tot´" weil es schon lange im System rumschwirrt und gesättigt ist.

Große HV sind schon eine feine Sache. Ich kenn die dann halt mit ordentlich Elektronik und so Hilfmitteln wie Anfeuerhilfe und Gluterhaltung...


mfg JAU

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Re: flying walli

Beitrag von ice77 » 23. Okt 2018, 17:19

Anfeuerhilfe und Gluterhaltung brauch ich bei meinem Monster nicht :-). Wenn Du ein mal raus hast wie die Bestie in Fahrt kommt klappts mit einem Blatt Papier das Feuer in Gang zu bringen. Da raucht und riecht nix.

Gluterhaltung... für was? Meiner brennt sauber runter und geht dann aus, sobald nicht mehr genug Heizleistung generiert wird und macht die Rücklaufanhebung zu. Die Restwärmenutzung ist aktiv - daher macht der die Rücklaufanhebung auf... drückt dass heisse Wasser raus (und kühlt sich) und macht die Rücklaufanhebung wieder zu. Läuft perfekt. Die Luftschieber sind zu und somit hat man auch fürs nächste Anfeuern genug Kohle, damit er sofort auf Temperatur kommt und die Nachbarn gar nicht merken, dass er läuft. Gluterhaltung (wie z.B. beim Guntamatic) brauchst Du meines erachtens nur, wenn der HV gegen einen zu kleinen Puffer arbeitet und dieser nicht die volle Füllung des HV aufnehmen kann. Bei mir passiert das nicht. Ich könnte 2 Füllungen verheizen, bevor die Puffer ans Limit kommen. Ausserdem hat man das über die selbst gebaute externe Temperaturtafel sofort im Blick wieviel man noch nachlegen kann, bevor es zum "Problem" wird.

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Re: flying walli

Beitrag von JAU » 24. Okt 2018, 05:47

Andersrum: Die Gluterhaltung dient dazu die nächste Ladung ohne Papier schnell wieder in Gang zu bekommen. Man kann einige Stunden nachdem der Ofen abgestellt hat auflegen, Türe zu, den Rest macht die Steuerung für dich.


mfg JAU

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Re: flying walli

Beitrag von ice77 » 25. Okt 2018, 01:04

Hat sicher alles seine Daseinsberechtigung. Bei mir bleibt so viel "Kohle" übrig, dass ich diese vor die Düse schiebe... Gebläse an... ein zerknülltes brennendes Blatt Papier drauf fallen lassen und das wars im Prinzip. Da es kein Sturzbrandbrenner ist, sondern einer der nach hinten weg brennt... saugt er schön das Papier oben an der Düse an und die Kohle knistert sofort und fängt an zu glühen. Dann Scheitholz drauf "geschmissen", klappe zu und fertig. Kann man machen - muss sich halt beeilen mit dem Einfüllen, da er sonst die Tendenz hat (Toploader), oben raus zu rauchen.

Ich stress mich da nicht mehr. Schmeiss ein bisschen Papier/Karton unten rein, Holz in aller Ruhe oben eingeschichtet (230l Füllraum) und zünde dann einfach über den Aschekasten. Funktioniert genau so und kann keine Rauchzeichen geben, da die Klappe oben zu ist.

Für mich passt das so und hat sich mittlerweile bewährt.

Der Walli wir da sicherlich mehr Zuwendung brauchen. Brennstoff reinkippen, anzünden und weggehen klappt da sicherlich nicht ;-).


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