Fire-Gate

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ice77
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Re: Fire-Gate

Beitrag von ice77 » 28. Sep 2018, 02:33

Wir hatten uns überlegt, wie wir effektiv mit Holz heizen können. Ich wollte schon immer den Walli, meine Frau nicht. Sie hatte keine Lust, so viel Holz um das Haus zu beheizen komplett über das Wohnzimmer zu ziehen.Den Dreck und den Staub in der Größenordnung war für sie untragbar. Da ein Walli aber auf so ein Szenario zugeschnitten gewesen wäre (Zentralheizungsersatz) war sie strickt dagegen. Auch auf die Umbauarbeiten für Pufferspeicher, Thermische Ablaufsicherung, Ablauf und das ganze Brimborium ... das war ihr zu viel Aufwand zum Scheitholzheizen.

Da ich aber unbedingt eine Vergasertechnik ausprobieren wollte, habe ich für teures Geld einen Xeoos X8 über einen Internethändler bezogen. Der Preis war TOP im Bezug zu den Buden, die ihn vor Ort mit Gold aufgewogen haben. Den X8 haben wir ausgewählt, da uns der X5 zu mager erschien.

Bestellt, bezahlt, geliefert in relativ kurzer Zeit. Der Internethändler (Kontakt kann gerne über mich hergestellt werden) hat mit telefonisch sehr gut beraten und die ganze Transaktion war herzlich unkompliziert.

Der Ofen wurde geliefert und von uns an einen neu aufgebauten DW 180 Edelstahl Aussenkamin angeschlossen. Dann begann das Drama.

Da wir damals in der Umbauphase waren, mussen wir aus der Heizung das Wasser ablassen und die Heizkörper abnehmen. Da wir aber den X8 schon aufgestellt hatten, sahen wir darin auch im Winter kein Problem. Von wegen...
Wir haben es mit sämtlichem Holz versucht. Palettenholz, Robinie, Eiche, Fichte, ... aber mit allen Hölzern hat er ein ähnliches Phänomen gezeigt.

Der Brennraum oben war sehr klein und hat nur 2-3 Scheitchen aufgenommen. Das schon mal als Erstes. Da ist man definitiv der Knecht des Ofens falls man wirklich "heizen" wollte und nicht nur ein kleines Show Feuerchen macht. Das Vermiculite ist so extrem weich, dass alleine durch das "zarte auflegen" mit dem feuerfesten Handschuh sich sehr schnell Abrieb gezeigt hat.
Dann gings ans Feuern. Es wurde mit dünnem Holz ein Grundfeuer erzeugt und das Glutbett hergestellt. Danach wie wahrscheinlich beim Walli auch, auf das Gutbett 2, maximal 3 trockene Holzscheite aufgelegt, die Feuerungstür geschlossen und nach Anbrennen der Scheite den Vergasermodus gestartet.
Manchmal hat er gegriffen und die Vergaserflamme war wie im oberen Bild stark ausgeprägt und das Fire Gate hat schön rot geglüht. Das war aber halt nur manchmal. Die Regel war eher, dass nach einiger Zeit die Vergaserflamme verkümmert ist und die Heizleistung extrem nachgelassen hat. Wir haben gefroren und uns geärgert, dass ein nicht wasserführender Ofen für 6.000 Euro nicht mal stabil seine Grundfunktion aufrechterhalten kann.

Wir haben es reklamiert. Der Hersteller hat es auf das Holz geschoben, auf den Kamin und auf was noch alles. Schlussendlich war der Kundendienst bei uns, um uns zu beweisen, dass deren Wunderwerk der Technik funktioniert. Dafür hat der Aussendienstler auch sein eigenes getrocknetes Holz mitgebracht um den Unsicherheitsfaktor Brennstoff auszuschliessen.

Der Kundendienstler hat mit seinem Holz den X8 angefeuert und gestaunt, dass die Vergaserflamme zweitweise schwach ausgeprägt war und quasi im unteren Brennraum verkümmert ist. Ich wollte von ihm wissen, ob das so in Ordnung ist wie er brennt. "ja - besser brennt er halt nicht, aber wir nehmen ihn nicht zurück". Tür zu und weg war er.

Wenige Tage später ist dann ohne Vorwarnung im normalen Betrieb innen ein Halteglas geplatzt (welches die Asche/Glut beim öffnen der Tür davor hindert, aus dem Ofen zu fallen) - das war für uns dann das Signal - es hat keinen Sinn. Das Glas haben wir umgehend als Ersatz über die Garantieleistung erhalten, dennoch hat mein Händer das Gerät zurück genommen und betreibt ihn jetzt als Vorführofen.

Wir waren alles in allem erstaunt, wie wenig Ofen man für so viel Geld kaufen kann.

Direkt danach sind wir in die Recherche eingestiegen und haben uns einen Holzvergaserkessel in den Keller gestellt mit 6.000l Puffer und heizen damit jetzt 6 Jahre problemlos und sind froh, dass die Rückabwicklung so reibungslos und kulant von statten gegangen ist.

Die einzige gute Erfahrung am Experiment Xeoos war, dass es sich glücklicherweise gezeigt hat, dass auch ein kleiner Internethändler (mit Ladengeschäft) nicht nur aufs schnelle Geld aus ist, sondern eine sehr gute Beratung leisten kann und der Service spitzenmäßig sein kann. Er war IMMER und AUSNAHMSLOS auf unserer Seite und hat für uns und nicht gegen uns gearbeitet.

Ich hab dem Händler damals vom Walli vorgeschwärmt. Er kannte ihn noch nicht - mittlerweile kann man ihn auch dort beziehen :-).

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JAU
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Re: Fire-Gate

Beitrag von JAU » 28. Sep 2018, 10:25

ice77 hat geschrieben:
28. Sep 2018, 02:33
Die Regel war eher, dass nach einiger Zeit die Vergaserflamme verkümmert ist und die Heizleistung extrem nachgelassen hat.
Klassisches Zugproblem. Und ich hasse es zu sagen: Kann dir beim Walli auch passieren.

Ursächlich ist vermutlich der Außenkamin, durch den höheren Temperaturunterschied (im Vergleich zur Raumwärme) kühlt das Abgas natürlich auch stärker ab und der Zug fällt schwächer aus. Mir kommt der Durchmesser für die Leistung des Xeoos auch zu groß vor.
Ich hoffe jetzt natürlich das der Walli mit seiner Mehrleitung besser zum Kamin passt und den Zug dadurch dann halten kann. Versprechen kann ich das aber nicht.

Sorgen musst du dir deswegen keine machen, es gibt ein paar (Anwendungs-) Tricks wie man das in Griff bekommt.


mfg JAU

bogomips
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Re: Fire-Gate

Beitrag von bogomips » 4. Okt 2018, 07:52

Moin allerseits,

kurzer Status: meine Beton/Edelstahl Variante ist seit Februar im Einsatz. Funktioniert wie erwartet und meine Scheibe ist nicht mehr blind.
Bis jetzt ein voller Erfolg.

Viele Grüße


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