Probleme im Vergaserbetrieb

Wenn was unklar ist oder nicht so funktioniert wie ihr gern hättet.
Vajolet
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von Vajolet » 26. Nov 2020, 09:46

Hast Du eigentlich hinterm Abgasrohr die Drossel vollständig geöffnet? Unter der hinteren Blende ist eine manuelle Zugdrossel, die sollte natürlich erst mal kpl. offen sein.
Wie 6,5 m wirksame (!) Höhe (gemessen ab Oberkante Walli, is klar, oder?) nicht ausreichen sollen, einzieht sich meiner Phantasie. Mein knapp 7 m hoher VA- Kamin zieht n Golfball durch n 20 m langen Gartenschlauch. Nein, im Ernst: Der liegt jenseits 20 Pa, gebraucht werden aber max. 15 Pa. Wenn ich den nicht drossele, bin ich im Vergaserbetrieb bei jenseits 200° Abgastemperatur und die untere Brennkammer ist kpl. am glühen. Und bei mir kommt hinzu, dass ich ab Oberkante Walli erst mal über 3 m horizontal zum Kamin hin muss. Aber seis drum, da weiss ich dann leider auch nicht mehr weiter ...

Vajolet
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von Vajolet » 26. Nov 2020, 10:16

Zusatzfrage: hängt an Deinem Kamin ausser dem Walli noch was dran (Doppelbelegung) oder kann es sein, dass der Kamin irgendwo Nebenluft zieht (hab nicht den ganzen Fred auswendig gelernt, vielleicht hast Du es ja schon mal weiter oben irgendwo geschrieben, dann vergiss die Frage wieder) ? Das würde Dir den Zug natürlich weitgehend ruinieren.

Der Witz ist, so n Walli ist keine komplizierte Raketentechnik. Der braucht eigentlich nur drei Sachen: ausreichend Kaminzug, ordentlich trockenes Holz (beides messbare Grössen) und zu guter letzt eine brauchbare Anheizstrategie. Mehr kann nicht schiefgehen. Lass den Zug messen, miss die Holzfeuchte, der Rest lässt sich fernmündlich oder per Forum klären.

Was auch noch sein kann: Der Kamin ist bei Dir gemauert, war das nicht so? Die Steinkamine brauchen ungleich länger zum durchheizen als ein VA- Kamin. Da sind wir wieder bei der Anheiz- Strategie: Also - sorry für die Direktheit - Deine seltsame Drosselei während des Anheizens kann da eher kontraproduktiv sein. Versuchs mal hardcore: Heiz den Walli mal so an, dass bei offener Anheizklappe die Abgastemperatur bei ca. 300- 350° liegt, und zwar über die Dauer von ca. 45 Minuten. Und immer gescheit 1- 2 Scheite nachlegen, damit die Temp. halbwegs konstant anliegt. Danach sollte selbst der hartnäckigste Kamin durchgeheizt sein. Dann wie von mir schon weiter oben beschrieben, 3- 4 Scheite nachlegen (kpl. Brennraumboden bedeckt), kurz anbrennen lassen und dann Hebel umlegen. Berichte mal, was dabei herauskommt.

Ich sag nur: schade um jeden Vajolet, der seinen Besitzer frustet, zumal der Vajolet gegenüber den älteren Bauarten um wesentliche Fehlerquellen reduziert wurde (das ganze Zugketten- Gedönse und was weiss ich alles, das ist ja hier alles weg). Wenn Du magst, sag mal bescheid, wo Dein Haus wohnt (oder wenigstens mal den Landkreis), vielleicht kann ja einer der erfahrenen Haudegen bei Dir vorbeischauen. Wäre doch gelacht ...

WaHa
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von WaHa » 26. Nov 2020, 20:12

Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 09:46
Hast Du eigentlich hinterm Abgasrohr die Drossel vollständig geöffnet?
Ja ich habe die Drossel im Abgasrohr komplett geöffnet. Diese habe ich ja erst vor kurzem nachgerustet um die Tests durchführen zu können.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 09:46
Unter der hinteren Blende ist eine manuelle Zugdrossel, die sollte natürlich erst mal kpl. offen sein.
Welche Blende meinst du? Kenne nur die Primärluftklappe und die Sekundärluftklappe!
Oder meinst du die Drosselklappe Rauchzüge?
Diese ist bei mir nicht komplett geöffnet. Kann es aber auf jeden Fall mal probieren.
Mit dieser regelt man ja die Abgasttemperatur. Meine Abgastemperatur liegt aktuell bei ca. 160°C.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 09:46
Wie 6,5 m wirksame (!) Höhe (gemessen ab Oberkante Walli, is klar, oder?)
Die Wirksame Höhe des Schornsteins beträgt vom Angschluss des Abgasrohrs in den Schornstein zur Spitze des Schornsteins 6,5m.
Habe in den letzten Wochen das Abgasrohr drei Mal umgebaut. Bin bei dem Aufba immer im Optimum (laut Wallnöfer Datenblatt).
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 09:46
Und bei mir kommt hinzu, dass ich ab Oberkante Walli erst mal über 3 m horizontal zum Kamin hin muss.
Mein Vajolet steht praktisch direkt am Schornstein. Habe es beim Neubau direkt so geplant gehabt.
Dementsprechend sind sehr kurze Wege der Abgasrohre vorhanden.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 10:16
hängt an Deinem Kamin ausser dem Walli noch was dran (Doppelbelegung) oder kann es sein, dass der Kamin irgendwo Nebenluft zieht
An dem Schornstein ist nur der Vajolet angeschlossen.
Nebenluft? Hmm, denke nicht. Zumindestens tritt nirgendswo Rauch aus.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 10:16
Lass den Zug messen, miss die Holzfeuchte, der Rest lässt sich fernmündlich oder per Forum klären.
Habe schon deswegen mit dem Schornsteinfeger gesprochen. Er sagte zu mir, dass es recht schwierig ist, da der Schornsteinzug von zu vielen Faktoren und Einflüssen abhängt.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 10:16
Was auch noch sein kann: Der Kamin ist bei Dir gemauert, war das nicht so?
Es besteht aus einem Mantelstein aus Ziegel und einem gedämten Keramikrohr in der Mitte. Es ist ein LAS.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 10:16
Deine seltsame Drosselei während des Anheizens kann da eher kontraproduktiv sein.
Das Drosseln mit der Primärluftklappe habe ich nur in der letzten Heizsaison 2019/2020 gemacht. Aktuell lasse ich die Primärluftklappe und die Sekundärluftklappe komplett geöffnet.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 10:16
Versuchs mal hardcore: Heiz den Walli mal so an, dass bei offener Anheizklappe die Abgastemperatur bei ca. 300- 350° liegt, und zwar über die Dauer von ca. 45 Minuten.
Im Endeffekt mache ich das auch aktuell so. Die Abgastemperatur steigt bis auf 400°C. Dauer der Anheizphase ist ca. 40-60 Minuten.
Vajolet hat geschrieben:
26. Nov 2020, 10:16
Berichte mal, was dabei herauskommt.
Werde ich versuchen und hier berichten.
Walltherm Vajolet Basic Bj. 2018

Vajolet
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von Vajolet » 27. Nov 2020, 00:30

Ich muss das alles noch mal sortieren:
- Du hast eine Drossel im Abgasrohr, an der Du "hin und her stellst",
- Du verstellst die Rauchzugdrossel (diese Flügelschraube unter der hinteren Abdeckung),
- dann hast Du die Flammwand im unteren Brennraum entfernt und dann mal wieder eingesetzt und
- am Ende vermutest Du zu wenig Zug im Schornstein.

Falls ich das so im groben richtig verstanden habe, wundert es mich nicht wirklich, dass da kein System rein kommt, ich sags ganz ehrlich.

Du hast hinten unter der Abdeckung besagte Rauchzugdrossel. Die gehört zuerst mal ganz geöffnet. Dann gehört die Flammwand wieder in den unteren Brennraum. Was soll das bringen, wenn Du die Flammwand rausreisst, um den Zug und damit den Luftdurchsatz zu erhöhen und danach die Rauchzugdrossel zudrehst, um damit den gerade hinzugewonnenen Zug direkt wieder abzumurxen?

Wie erklärst Du Dir denn die 160° Abgastemperatur, wenn Dein Kaminzug angeblich zu gering ist? Aus meiner Sicht sind die 160° ein klares Indiz für mindestens ausreichenden Kaminzug, wenn Du die Drossel sogar schliessen musst, scheint der Kaminzug sogar etwas zu hoch zu sein.

Und zu all dem: was zum Henker soll die zusätzliche Drossel im Abgasrohr. überflüssig wie n Kropf, kannst Du alles hinten mit der Rauchzugdrossel regeln.

Also noch mal ganz grundsätzlich: Kaminzug, Drossel im Abgasrohr (aus meiner Sicht wie gesagt kpl. überflüssig), Rauchzugdrossel und Flammwand im unteren Brennraum (rein oder raus bauen) tun alle EIN UND DAS GLEICHE: sie bestimmen die Menge an Luft, die den Ofen durchströmt. Wir reden hier von einer einzigen simplen physikalischen Grösse !!! Je mehr Luft hindurchströmt, desto höher die Abgastemperatur, je weniger Luft hindurchströmt, desto geringer die Abgastemperatur - so simpel ist das: Abgastemperatur zu hoch (und ich rede bei Abgastemperatur IMMER nur vom Vergaserbetrieb im eingeschwungenen Zustand, also 3 oder 4 Stunden nach Anheizbeginn, Brennkammer halb oder 3/4 gefüllt oder so was. Wenn die Abgastemp. bei 160° liegt, lass die Finger weg, das ist OK so. Über den kompletten Abbrennzyklus schwankt die Abgastemperatur sowieso immer zwischen 130 und 160, manchmal auch 170° C. Sie startet bei 300°, wenn Du die Anheizklappe erstmals umlegst, fällt dann langsam auf 130- 140° ab, steigt in der Mitte des Zyklus auf 160- 170° und sinkt dann zum Ende hin wieder auf 130° ab. So ists zumindest bei mir.

Wenn Du Deine Abgastemp. durch keine Massnahme der Welt auf über 120 oder 130° bringst, dann reden wir von zu wenig Zug im Kamin. Wenn Du aber schreibst, Du hast die Rauchzugdrossel teilweise geschlossen hast, um die Abgastemp. auf 160° zu begrenzen, dann war meine Vermutung genau richtig, dass Du mehr als genug Zug zur Verfügung hast und diesen sogar drosseln musst.

Dieses ganze Gefummele an allen möglichen und unmöglichen Ecken des Ofens macht jede systematische Analyse Deines Problems unmöglich. Also mein Vorschlag: Hau die Drossel aus dem Rauchrohr raus, die braucht keiner. Setz die Flammwand wieder in den unteren Brennraum ein, die hat ihren guten Grund. Lass die Finger von der Primärluft. Lass die Finger von der Sekundärluft. Dreh die Rauchzugdrossel kpl. auf.

Jetzt heizt Du Deinen Walli sorgfältig an, min. ne halbe Stunde bei 300° Abgas, dann die Glut einebnen und 3- 4 Holzstücke drauflegen. Ich drücke die Holzstücke sogar noch leicht ins Glutbett, um dort unten so wenig Hohlräume wie möglich zu hinterlassen (stört den Vergasungsvorgang). Anbrennen lassen, Anheizklappe zu. Halbe oder 3/4 Stunde warten. Danach Anheizklappe auf, Holzreste mit dem Schürhaken gut "durchrütteln" (Auflösung von evtl. hohlgebrannten Bereichen) und dann den Brennraum voll mit Holz. Dann direkt Anheizklappe wieder schliessen und ne Stunde warten. Jetzt, und frühestens jetzt, fängst Du bei Bedarf an, hinten die Rauchzugdrossel zu schliessen, falls die Abgastemperatur zu hoch sein sollten (>170°). Sonst brauchst Du an dem Ofen nichts zu machen. Gar nichts. Was soll denn da nicht funktionieren?

Und wenn nach 10- 15 Ofenladungen (je nach Holzart) die Abgastemperatur wieder leicht ansteigt auf 180- 190°, lass die Finger von der Drossel und zieh stattdessen einfach kurz die Drahtbürste durch die 7 Rauchzüge. Dauert ne viertel Stunde, senkt aber die Abgastemp. wieder um 15- 20°.

Ich sach mal so: Auf diese Art klappts bei mir zumindest wunderbar.

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E Neubauten
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von E Neubauten » 27. Nov 2020, 15:47

@Vajolet Dein Gefluche und überhebliches "Gelobhudel" auf dein eigenes System nutzt dem TE herzlich wenig. Wir haben hier schon oft genug gesehen, dass der gleiche Ofen bei Jedem anders "läuft" und oftmals unterschiedliche Dinge die Ursache waren.

Was klar sein sollte, und dem TE hoffentlich auch klar ist, dass man immer jeweils nur einen Parameter ändern sollte, um Erkenntnisse zu gewinnen (zusätzlich sind die äußeren, nicht beeinflußbaren, "Nebenbedingungen" zu berücksichtigen, z.B. Wetterlage, Wind usw.).
Ist nach dem Umlegen oben zu wenig Flammenbild: normal, ist man evtl. von einem "normalen" Ofen nicht gewohnt.
Geht nach kurzer Zeit aber auch die untere Flamme aus und alles wird schwarz, dann ist das nicht normal und deutet nun mal auf zu wenig Zug hin.

Ist der Düsenblock richtig rum drin?
Die 160° Abgastemperatur hast Du auch dann noch, wenn die Vergaserflamme unten ausgeht?
Ich hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen...bei mir hatte es u.a. einen positiven Effekt, die Scheibenspülung zu minimieren (Stücke Dichtschnur von unten in den Schlitz gedrückt, Bilder gibts hier im Forum auch irgendwo). Ich habe aber keinen Vajolet und weiss nicht, ob bei dem die Luftführungen irgendwie anders gestaltet sind.
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von CrunchMaster » 27. Nov 2020, 19:32

Hallo,
wenn du Zuluft nicht aus dem LAS nimmst macht es evtl. auch sind diese Öffnung am LAS dann auch zu verschließen. Dadurch wird der Schornstein nicht mehr durch die "Hinterlüftung" ausgekühlt.

Einen Versuch sollte das Wert sein.

Grüße

WaHa
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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von WaHa » 28. Nov 2020, 09:06

Moin Moin Moin Leute,

ich könnte vor Freude von einer 30m Hohen Klippe springen einen 10fachen Salto und 4fache Schraube machen, obwohl ich Höhenangst habe und keine Saltos machen kann :D :D :D

Ich habe meinen Ofen noch nie so schön brennen gesehen. Die Ansaugung der Verbrennungsluft hat sich wie ein Düsenjet angehört. Hatte schon Angst ich werde auch reingesaugt :lol: .

Ich möchte euch hier schonmal tausend Mal DANKE sagen.
Der Vajolet brummt!!!!!!

Aber seht selber als Vergleich:
Vajolet Vorher-Nachher.png

So und nun mal von vorne.
Der entscheidende Tipp kamm von @Vajolet. Es war tatsächlich die Rauchzugdrossel. Nach seinem Post habe ich die Drossel komplett geöffnet. Diese Schraube habe ich nie angefasst, weil die Abgastemperatur immer passte. Daher habe ich da nie nach geguckt. Die Verbrennungsluft wurde über den Schornstein bezogen. Der Ofen brannte dann auch auf anhieb ca. 3 Stunden, ohne überhaupt irgendwas zu machen. Die Vergaserflamme ist kein einzig mal dazwischen abgestorben.

- Rauchzugdrossel komplett offen
- Abgasrohrdrossel komplett offen
- Primärluftklappe komplett offen
- Sekundärluftklappe komplett offen
- Flammwand ist erstmal noch draußen geblieben

Die Abgastemperatur ist allerdings jetzt etwas höher. Diese liegt zwischen 170 - 190°C.
Meint ihr es ist trotzdem noch ok, oder soll ich langsam Schritt für Schritt diese etwas drosseln?
Vajolet hat geschrieben:
27. Nov 2020, 00:30
Dieses ganze Gefummele an allen möglichen und unmöglichen Ecken des Ofens macht jede systematische Analyse Deines Problems unmöglich.
Da hast du was falsch verstanden.
Grundsätzlich ist mir das schon Bewusst, dass ich nicht einfach an allen Schrauben rumdrehe. Ich habe immer nur eine Sache probiert und dann den Ofen angefeuert. Bei jeder Verstellung/Einstellung habe ich immer zwei Abbrände gemacht um sicher zu gehen das es nicht an irgendwelchen Einflüssen scheitert.
Die ganzen Einstellungen und probieren habe ich dank der Mitglieder hier durchgeführt.
Trotzallerdem möchte ich dir trotzdem für den entscheidenden Tipp danke sagen.

Und ich bin auch dafür sehr dankbar, dass die Leute die mich nicht kennen sich Zeit nehmen und versuchen mit ihren Erfahrungen einem zu helfen. Danke euch allen für die Mühe und die zahlreichen Tipps.
Walltherm Vajolet Basic Bj. 2018

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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von Vajolet » 28. Nov 2020, 10:17

Moin,
das freut doch enorm zu hören, so am frühen Samstag Morgen.

Ich sag mal so: jede andere Rückinfo hätte mich stärkst verwundert, weil technisch nicht nachvollziehbar. Dazu muss man wissen, dass Walltherm die jahrelangen Erfahrungen mit der "alten Welt" der Holzvergaser ( Typ Königsspitze incl. aller Derivate) in die kpl. neu konstruierte (!) Ofenfamilie VAJOLET eingebracht hat, mit dem Ergebnis, dass man an diesen Öfen praktisch keinerlei Einstellungen mehr vornehmen kann und muss - mit dem Ergebnis, dass man auch eigentlich gar nichts falsch machen kann. Die einzige Einstellmöglichkeit ist besagte Flügelschraube für die Rauchzugdrossel.

Und um Deine konkrete Frage abschliessend zu beantworten: wenn die 7 Rauchzüge sauber sind (wovon ich mal ausgehe), dann wären mir ehrlich gesagt 170- 190° wat hoch. Nicht, weil es dem Ofen weh tut, sondern weil es - und hier beginnt jetzt sozusagen die Kür (nachdem die Pflicht quasi erledigt ist) - diese Abgastemperaturen schlicht Energieverschwendung sind. Aber wie gesagt: das ist ganz klar jetzt ein "kann" und kein "muss". Ich würde es folgendermassen tun: Leg die hintere Abdeckung ein paar Tage auf Seite, damit Du freien Zugang zur Flügelschraube hast und spiel an dem Ding so lange rum, bis die Abgastemp. Deinen Wünschen entspricht. Tip: Dreh nicht zu zaghaft an dieser Schraube. Will sagen: um einen merklichen Temperaturrückgang zu realisieren, sind da schon mal drei, vier, fünf Umdrehungen erforderlich, so empfindlich reagiert diese Drossel nicht.

Ich für meinen Teil habs wie folgt getan: Dein Schorni hat insofern natürlich recht, als das Wetter einen irgendwie gearteten Einfluss auf das Zugverhalten Deines Kamins und damit auf das Brennverhalten Deines Ofens hat. Und damit man nicht ewig - sozusagen der Wetterlage hinterher rennend - die Drossel nachjustieren muss, um im optimalen Temp.- bereich zu sein, hab ich einen Zugbegrenzer eingebaut und danach die Drossel wieder kpl. geöffnet. Heisst: ich hab danach nur noch den optimalen Kaminzug an diesem Begrenzer eingestellt (hat natürlich auch n paar Ofenladungen gedauert) und nun kann es draussen +15 oder -15° sein, es kann stürmen oder was auch immer, der Kamin hat immer seine 14- 15 Pa Zug und der Ofen ein immer genau gleichbleibendes Brennverhalten. Sollten Dich gewisse wetterbedingte Schwankungen im Brenn- und Abgastemperatur- Verhalten nicht stören, dann spar Dir den Aufwand. Das liegt nun allein bei Dir.

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir noch viele lustvoll verbrannte Holzstückchen - und bleib gesund.

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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von Freeliner » 28. Nov 2020, 11:01

@WaHa

Erstmal schön zu hören, dass die Kiste jetzt läuft :D ....so muss das sein, und das Bild passt ;)

Bzgl. Abgastemperatur. Erstmal egal und generell lieber etwas zu hoch, als etwas zu niedrig ;)

Und wie @Vajolet richtig geschrieben hat, das war jetzt die Pflicht.....Walli brennt erstmal wie er brennen soll :D
Jetzt kannste dich langsam an die Kür machen ;) Auch hier gilt.....eine "Änderung"....und diese dann beobachten ;)

Erste Änderung: Flammwand wieder rein :!:

Für die Kür dann:

- das "optimierte Anfeuern"
- spielen mit den Rücklaufanhebung Temps, Pumpenstart, sowie Pumpenstärke
- sowie auch evtl. die Zuluft-/Abgasdrosseln

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Re: Probleme im Vergaserbetrieb

Beitrag von JAU » 28. Nov 2020, 11:22

Freeliner hat geschrieben:
28. Nov 2020, 11:01
Erste Änderung: Flammwand wieder rein
Möcht' ich auch meinen. Die Flammwand soll die größte Hitze im Brennraum halten damit sie nicht direkt auf Wärmetauscher und Korpus trifft.
Ich hab nie ohne geheizt und trotzdem eine Beule in der Ofenrückwand...


mfg JAU


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