Anfeuern

Wenn was unklar ist oder nicht so funktioniert wie ihr gern hättet.
gmwt
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Re: Anfeuern

Beitrag von gmwt » 28. Nov 2014, 23:32

JAU hat geschrieben:
gmwt hat geschrieben:Hab' ich das falsche Holz?
Sorte? Wie lange lagert es? Wie lagert es? Wie groß sind die Stücke?
Frag mich was leichteres! Sorte auf jedenfall gemischt, aber die Einzelstücke kann ich nicht identifizieren.
Teilweise ziemlich dicke, aber zum Anfeuern suche ich mir die kleinsten und flachsten Scheite raus, die haben dann so 5cm. Das genaue Alter kenne ich nicht, mußte mich auf den Verkäufer verlassen - zum sofortigen Gebrauch, hieß es.
Genau. Wobei es auch davon abhängt wie gut dein Kaminzug ist. Beschreibe doch mal den Kamin (Höhe ab Rauchrohr, Durchmesser, Material, und Länge des Rauchrohrs.
Ich habe mal meinem Heizungsbauer eine Email geschrieben. Vielleicht kann der es mal nachmessen.
Das Rauchrohr geht überm Ofen etwa 1m senkrecht in die Höhe, dann im 90° Winkel durch die Wand und mündet dann im doppelwandigen Schornstein. Der geht ab da vielleicht nochmal 7m in ide Höhe.
Was aber auch noch Falsch sein kann:
Sekundärluftschieber (vorne zwischen den Türen) zu weit offen und Abgasdrossel (hinter dem Rauchrohanschluss) zu weit zu.
Beides hat mir der Fachmann vom Walltherm-Vertrieb bei der Inbetriebnahme einjustiert. Deshalb habe ich da bisher die Finger davon gelassen - zumal es im späteren Verlauf mit den Einstellungen ja auch sehr gut läuft.
Das hinter dem Rauchrohr ist ganz zu. Der Sekundärluftschieber ist schwer zu beschreiben, müßte ich nachmessen, aber der Ofen läuft gerade. Was genau passiert bei zuviel/zuwenig Sekundärluft?

gmwt
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Re: Anfeuern

Beitrag von gmwt » 29. Nov 2014, 00:37

Heute hat's vom Anzünden bis zur stabilen Vergasung mal wieder gute 2h gedauert. :-(
Und es hat auch nichts gebracht, ihn nach dem ersten Nachlegen mehrmals auf 300-400° Abgastemperatur kommen zu lassen. Danach lief die Vergaserflamme kurz und gewaltig, ging aber wieder nahezu aus. Irgendwann habe ich ihn dann einfach mit ganz mickriger unterer Flamme bei 110° weiterbrennen lassen, und nach einer halben Stunde ist die Flamme dann von selbst immer besser geworden. So läuft's jetzt seit etwa einer Stunde ganz wunderbar. ;)
Ich hatte das zwar schon öfters, aber leider klappt es aber nicht immer, dass er sich von selbst langsam hochfährt.

Den Tipp mit den Holzbrickets werde ich mal befolgen - hab' sogar welche da, allerdings ohne Loch. Bisher hatte ich die noch nicht bei Anfeuern sondern nur später benutzt. Wenn man die mit Loch hat, wie herum stellt man die rein - schräg oder gar hochkant, damit es da gut durchzieht?

"Leider" kann ich nicht jeden Tag einen Versuch mit dem Walltherm fahren, da ich noch ganz gute Solarerträge einfahre und der Pufferspeicher deshalb nicht so schnell "leer" (an Wärme) wird.

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Re: Anfeuern

Beitrag von Freeliner » 30. Nov 2014, 12:30

...denke, du schaffst kein richtiges/ausreichendes Glutbett...bzw. Feuerraumtemperatur ist noch zu niedrig

Wichtig ist halt:

- Kamin braucht Temperatur um richtig zu ziehen
- unter dem Holz muss ein entsprechendes Glutbett vorhanden sein
- Feuerraumtemperatur muss hoch sein
(entsprechend sollte der Vorlauf auch schon Temperatur haben >60°, damit er den Feuerraum und Abgase nicht zu sehr kühlt)


Probier mal so:

- Anfeuern....wenn Glutbett vorhanden, Walli halb voll packen
- dann das Holz gut anbrennen lassen, so dass die AGT gute 320-340° (dazu kannste auch gerne 2-3 Minuten die untere Tür etwas öffnen)
- dann die Klappe nicht komplett umlegen, sondern langsam schließen, so gefühlte 80%
(so, dass er unten vergast und oben trotzdem noch gut brennt)

So dann 10min brennen lassen und dann erst Klappe komplett schließen....

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Re: Anfeuern

Beitrag von tsrg » 30. Nov 2014, 15:39

... und Holz verwenden, was schon gut auf Zimmertemperatur gebracht wurde. Bei mir läuft das Anfeuern mit kaltem Holz von draußen schlechter, als mit vorgewärmten, das schon einen Tag drinnen liegt.

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Re: Anfeuern

Beitrag von trivet » 30. Nov 2014, 21:37

... und evtl. auch nochmal auf Hohlräume über dem Rost achten.
Wenn das Holz "zu weit" oben über Glut und Rost liegt, "schaffen" es meiner laienhaften Vorstellung nach die Holzgase nicht bis nach unten.

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Re: Anfeuern

Beitrag von tsrg » 30. Nov 2014, 22:11

Freeliner hat geschrieben:... (dazu kannste auch gerne 2-3 Minuten die untere Tür etwas öffnen)
Wichtig ist dabei aber auch das rechtzeitige Schließen. Habe es immer mal wieder vergessen, dann ist keinerlei Glut entstanden, das Holz ist mit guter Sauerstoffzufuhr vollständig verbrannt und der Ofen war nur gering auf Temperatur.

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Re: Anfeuern

Beitrag von gmwt » 1. Dez 2014, 01:37

tsrg hat geschrieben:
Freeliner hat geschrieben:... (dazu kannste auch gerne 2-3 Minuten die untere Tür etwas öffnen)
Wichtig ist dabei aber auch das rechtzeitige Schließen. Habe es immer mal wieder vergessen, dann ist keinerlei Glut entstanden, das Holz ist mit guter Sauerstoffzufuhr vollständig verbrannt und der Ofen war nur gering auf Temperatur.
Ja, das ist (unabhängig von der Tür) noch so ein Henne-Ei-Effekt hier bei mir:

Richtig gute Glut ergibt sich v.a. durch den Vergaserbetrieb, beim Anfeuern hingegen brennt fast alles weg und hinterläßt nicht viel Glut. Aber die Glut brauche ich ja, um den Vergaserbetrieb zu starten.

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Re: Anfeuern

Beitrag von JAU » 1. Dez 2014, 03:28

gmwt hat geschrieben:Das genaue Alter kenne ich nicht, mußte mich auf den Verkäufer verlassen - zum sofortigen Gebrauch, hieß es.
Das muss leider nix heißen. :?
Feuchtigkeit im Holz ist in sofern Problematisch weil es beim Verdampfen im Ofen Energie aufnimmt. Energie die der Verbrennung fehlt.
Das Rauchrohr geht überm Ofen etwa 1m senkrecht in die Höhe, dann im 90° Winkel durch die Wand und mündet dann im doppelwandigen Schornstein. Der geht ab da vielleicht nochmal 7m in ide Höhe.
Die Länge ist gut, aber wenns eine Keramikrohr ist braucht das seine Zeit bis es richtig warm ist. Durchmesser kannst du auch selbst messen.
Was genau passiert bei zuviel/zuwenig Sekundärluft?
Problem beim Sekundärluftschieber: Ist der zu weit auf wird alle Luft zum Vergaserbetrieb gezogen. Dann geht oben der Sauerstoff aus, das Holz brennt nicht richtig, kein Holzgasnachschub. Vergaserflamme geht aus.
Das selbe passiert auch bei Hohlbrandt oder wenn später mal die Gussroste verzogen sind.
Das hinter dem Rauchrohr ist ganz zu.
Versuch mal ein Foto zu machen, wenn man zur Direktklappe nach hinten blitzt sollte man den Spalt erkennen können.
gmwt hat geschrieben:Richtig gute Glut ergibt sich v.a. durch den Vergaserbetrieb, beim Anfeuern hingegen brennt fast alles weg und hinterläßt nicht viel Glut.
Das ist nur eine Frage des Zeitpunkts. Was dir vielleicht nicht bewusst ist: Auch wenn noch "Stücke" im Ofen liegen kann es sein das sie schon ganz durchgeglüht sind. Man braucht die dann nur kurz anstupsen und sie zerfallen in erstklassige Glut.

mfg JAU

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Re: Anfeuern

Beitrag von Freeliner » 1. Dez 2014, 08:05

Holzmenge ungefähr so wie auf den ersten Bildern

Hab jetzt abbrennen lassen und AGT ist jetzt ca. 300° (ca. 25-30 Minuten)
SDC10901.JPG
Hier soweit runter, dass ich jetzt gleich den Walli halb voll packe. AGT ca. 310° (ca. 30-35 Minuten)
SDC10902.JPG
Jetzt Walli halb voll und untere Tür für 2-3min öffnen, AGT fällt erst kurz und geht dann hoch auf ca. 320°
SDC10903.JPG
Jetzt untere Tür zu, ein paar Sekunden noch brennen lassen und Klappe so ca. 80% schließen.
Brennt dann oben noch und unten vergast er leicht.
Hat den Vorteil, dass oben die Brennraumtemperatur weiterhin sehr hoch gehalten wird, das Holz dementsprechend auch
gut anbrennt und so auch entsprechend Holzgase bilden kann.
SDC10904.JPG
Nach ein paar Minuten Klappe komplett schließen, falls sie nicht schon von alleine komplett zu gefallen ist.
SDC10905.JPG
Und so sieht es dann direkt nach dem Prozedere aus ;) (waren jetzt so ca. 45 Minuten)
SDC10906.JPG

Hoffe, ich konnte dir damit etwas helfen, damit du etwas Gefühl für das Glutbett und so bekommst.

Das optimale Holz sehe ich hier in Buche (wegen dem Glutbett).

Andere Hölzer wie Eiche oder Nadelholz gehen natürlich auch, finde aber, dass diese gerade beim Anzündvorgang nicht diese schöne gleichmäßige Glutbett schaffe, wie Buche.....
Buche zerfällt schön gleichmäßig, Eiche und Nadelholz bleibt immer mehr zusammenhängend und ergeben auch von der Menge nicht so viel.

Wenn man aber mit der Zeit diese Erfahrungswerte gesammelt hat, kann man "reagieren" und entsprechend etwas anpassen, dann macht generell kein Holz Probleme ;)

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Re: Anfeuern

Beitrag von Freeliner » 1. Dez 2014, 08:49

Hier gerade frisch nachgelegt. Genau 90 Minuten nach dem Anfeuern.
SDC10909.JPG

Sorry für die Qualität der Bilder :roll: Mir gehts da wie "Jau" :lol:


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