Sonnenhaus

Gebabbel und Gequatsche das sonst nirgends hin passt.
Gombi1984
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Sonnenhaus

Beitrag von Gombi1984 » 30. Dez 2013, 22:29

Hallo allerseits,

Da ihr ja fast alle laut der Umfrage Geld sprren wollt und der Umwelt zur liebe euren Walli befeuert stelle ich euch die frage!
Was haltet ihr von der Sonnenhaustechnik?
Jenni.ch , sonnenhauszentrum oder sonnenhausinstitut stellt die Technik vor!
Würdet ihr euch so ein Haus bauen oder euch solch eine Anlage einbauen?
Ich würde mir gerne wenn es machbar währe solch einen speicher einbauen und mit dem Walli zusammen betreiben was haltet ihr von solchen Anlagen oder wer hat so eine?
Ich hoffe damit konnte ich bei einigen das Interesse dafür wecken und freue mich auf eine interessante Diskusion .
Gruss Gombi

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JAU
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Re: Sonnenhaus

Beitrag von JAU » 31. Dez 2013, 01:23

Ich bin kein besonderer Fan von Solarthermie und hab auch keine.

Die Kombination aus Holzofen und ST für Brauchwasser passt zwar als Konzept ziemlich gut zusammen, aber ich finde ST hat einen großen Haken:
Wenn man die Wärme wirklich braucht hat die Sonne nicht genug Power.
Die Folge ist das die Anlagen für "Heizungsunterstützung" gnadenlos überdimensioniert werden und im Sommer dann soviel Wärme anfällt das Nachts die Wärme über die Kollektoren wieder verbraten werden muss um die Anlage nicht zu überhitzen.

Dazu muss man Wissen das der Wärmebedarf für Warmwasser ziemlich gering ausfällt im Vergleich zur (üblichen) Heizlast. Der Bedarf hängt zwar stark vom Nutzerverhalten und den Bereithaltungverlusten ab, als grobe Richtung kann man von 1,2kWh/Person täglich ausgehen. Bei 4 Personen sind das <1800kWh, oder ~200l Öl im Jahr. Um davon 100l einzusparen muss ne Anlage im Wert von >4000€ installiert werden.

Letzten Sommer machte ich mir mein Warmwasser noch mitm Heizstab, aber die Brauchwasserpumpe ist in Arbeit und soll dann laufen wenn die PV genug Leistung bringt. Und wenn im Sommer die Sonne knallt und mehr Leistung bringt als ich benötige wird wenigstens ins Stromnetz eingespeist...


Ansonsten bin bei meinem 50er Jahre Altbau glaub ganz gut rausgekommen. 2000l Puffer, Flächenheizung, Isolierung um den Heizbedarf zu drücken. Solare Gewinne konnte ich keine rausholen weil das Nachbarhaus südlich von mir steht. PV hat fast volle Westausrichtung.

Mein Onkel hatte mal mit Pultdach und großen Südfenstern gebaut. Ohne Beschattung wärs da drin nicht auszuhalten gewesen. Die kontrollierte Wohnraumlüftung zog die Zuluft einmal unterm Keller durch, also war sie im Sommer wenigstens nicht 30° heiß. Abluft ging vorher noch durch die Brauchwasserpumpe und zugeheizt wurde mit nen Pelletofen (Wassertasche) im WoZi. Mit 30cm Styro an den Wänden beinahe Passivhausstandard (2007).
Seinen jetzigen, ökoisolierten Altbau heizt er mit Stückholz, Solarthermie und Luftwasserwärmepumpe.


mfg JAU

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Freeliner
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Re: Sonnenhaus

Beitrag von Freeliner » 31. Dez 2013, 12:38

...da bin ich ganz bei dir Jau ;)

Kosten/Nutzen einer ST steht in den wenigsten Fällen in einer gesunden Relation 8-)

Hab mich auch komplett gegen eine ST entschieden und mir 2011 eine 12,42kwp PV aufs Dach gesetzt.....
......das war die beste Entscheidung die ich treffen konnte :mrgreen:
Hab mich für die "Eigenverbrauchsregelung" entscheiden, was bei meiner Anlage und dem Strompreis den ich bezahle zwar nicht unbedingt als wirtschaftlich sinnvoll ist, aber es einfach ein sehrsehr angenehmes Gefühl die ca. 2500kwh/jährlich die ich davon abzwacke selbst erzeugt zu haben. :mrgreen:
Die restlichen ca. 10000-11500kwh werden eingespeist und decken meine kompletten Nebenkosten vom Haus ;)

Wenn ich heutzutage neu Bauen würde, würde ich Richtung Passivhaus-Standard bauen, mit einer KWL mit Wärmerückgewinnung, Brauchwasserwärmepumpe mit Wärmerückgewinnung, großzügige PV aufs Dach
und ganz auf den Wärmeträger "Wasser" verzichten :!:
...find ich überflüssig :!:

Akku´s werden auch in den nächsten Jahren noch effizienter und günstiger ;)

Aber da ich so ein verrückter "Holzer" bin und darauf auch nicht verzichten könnte :lol: ...würde natürlich ein kleiner selbstgemauerter Grundofen mit vergleichsweise hoher Speichermasse noch im Wohnzimmer stehen ;)

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von tsrg » 31. Dez 2013, 16:39

So ganz konsequent von der Solarthermie als fernes Projekt hab ich mich noch nicht verabschiedet, sehe das aber grundsätzlich so, wie JAU und Freeliner geschrieben haben.

Solarthermie ist aus heutiger Sicht eine starke Wette auf erheblich steigende Energiekosten. Nur dann kann sich eine Anlage nach 10 oder mehr Jahren rechnen. Wenn sich jemand dafür entscheidet, dann solte es nicht aus der Motivation geschehen, Geld zu sparen. Vielmehr sollte dann der Gedanke im Vordergrund stehen, die Umwelt zu entlasten.

Mit der Solarthermie im Sommer Brauchwasser zu erwärmen, ist dann sinnvoll, wenn schon ein Teil der Technik (z. B. Puffer, günstige Leitungswege, ...) vorhanden ist. Schon die damit verbundenen Kosten sind weit weg von einer Rentabilität. Mit einer der effizientesten, aber leider auch teuersten Anlagen von "Pa...ma" kämen für ein Kollektorfeld, Leitungen und Regelung schnell mal 4000-5000€ zusammen.

Mit dieser Variante kann ich im günstigen Fall 6 Monate mein Brauchwasser erzeugen. In unserem Haushalt waren das ca. 3000kwh für die Saison, bei etwa 0,06€/kwh -> ca. 180€ "Einsparung/Jahr"

Mit einer größeren Kollektorfläche kann zwar die Heizung "unterstützt" werden, Du nimmst dafür aber schnell mal 30.000€ oder mehr in die Hand.

Das wichtigste Argument gegen eine solche große Anlage ist, dass ich nicht viel mehr Geld für etwas ausgeben möchte, was zu der Zeit in Standby geht, wenn die meiste Energie produziert werden könnte. Allenfalls wenn sich meine Frau durchsetzt und im Garten ein riesiger Pool entsteht (was aber zu meiner Lebzeit nicht geschehen wird), wäre das sinnvoll.

Lies doch dazu mal unter :

http://www.heizungsbetrieb.de/de/index.html

Da ist ganz gut beschrieben, welche Gegebenheiten da sein sollten, um diese Variante zu wählen.

tsrg

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von trivet » 31. Dez 2013, 17:16

Also ich würde vermutlich eher meine Solarthermie wieder wählen als den Walli..
Wir haben 2007 das Dach erneuert und dabei 25qm Kollektorfläche mit wohl Idealbedingungen gestellt (Südausrichtung, 60° Neigung).
Fabrikat Sonnenkraft, Speicher 2x1000liter.
Die Jahressimulation (habe extra die Unterlagen rausgeholt) ergab eine (theoretische) Heizöleinsparung von 1.400 Liter/Jahr.
Könnte auch stimmen, weiß nicht wie kontrollieren.
Beim aktuellen Preis von ca. 0,80 Euro/Liter also ca. 1.100,- Euro
Die Anlage hat meinetwegen 15Mille (12 Mateial, 3 Montage) gekostet.
Also sollte sie sich nach gut 13 Jahren amortisiert haben (wenn Öl stärker teurer wird früher; wenn nicht später).
Kalkuliert ist sie mit 20-25 Jahren Lebensdauer; ergäbe sogar ein rechnerisches Plus von ~7.000 bis 12.000 Euro.

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von trivet » 31. Dez 2013, 17:18

So sieht das jetzt aus:
Dateianhänge
Weihnachten2007 004.jpg

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von trivet » 31. Dez 2013, 17:40

Vergleich zu früher (zu Beginn/beim Umbau):
Dateianhänge
HaussanierungApril2007 028.jpg

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von JAU » 1. Jan 2014, 11:17

Gut's neu's. 8-)
trivet hat geschrieben:Die Jahressimulation (habe extra die Unterlagen rausgeholt) ergab eine (theoretische) Heizöleinsparung von 1.400 Liter/Jahr.
Könnte auch stimmen, weiß nicht wie kontrollieren.
Wärmemengenzähler, aber der fehlt meistens.
Und wenn man die Betreiber von Kleinanlagen dann fragt was runterkommt kommt als Antwort gern sowas wie "bis zu 80°". :roll:
Die Anlage hat meinetwegen 15Mille (12 Mateial, 3 Montage) gekostet.
Das ist ja dann doch recht überschaubar.
Auch wenn die Kosten für den recht aufwändigen Dachumbau natürlich noch nicht mit drin sind. ;)
Freeliner hat geschrieben:Wenn ich heutzutage neu Bauen würde, würde ich Richtung Passivhaus-Standard bauen, mit einer KWL mit Wärmerückgewinnung, Brauchwasserwärmepumpe mit Wärmerückgewinnung, großzügige PV aufs Dach
Über KWL hatte ich bei meinem Altbau am Anfang auch mal kurz nachgedacht aber recht schnell verworfen weil ich keine Möglichkeit sah und alles hätte aufreißen müssen.
Im Endeffekt hab ich alles aufgerissen und denke im Nachhinein dass es doch machbar gewesen wäre. :roll:

Wobei 100% heizen über Lüftung nicht ganz ohne ist. Die Menge die für Lüftung benötigt wird ist überschaubar, für Wärmeübertragung aber deutlich höher. Das geht wohl wirklich nur im Passivhaus ohne das es unangenehm werden würde.

Und Rückgewinnung in ehren, aber man muss auch aufpassen das man keinen thermischen Kurzschluss fabriziert.
Ich kenne da einen Fall der hat dezentrale Zuluft, zentrale Abluft und WRG über ne LWWP womit die Heizkreise gespeist werden. So "gewinnt" er die Wärme zurück die kurz vorher zurückgewonnen wurde. Im Endeffekt heizt er das Haus mit der Abwärme vom Verdichter. :|

Und ich hab noch einen :P : Ein Arbeitskollege hat ein Häuschen geplant (aber baut jetzt doch nicht), wenn es ums Geld ausgeben geht ist er etwas pedantisch und prüft gern dreimal obs das auch wert ist. Nicht das er knauserig wäre - ganz im Gegenteil.
Na, jedenfalls kam er zu dem Schluss das bei (seinem) KfW55-EFH der Strombedarf für eine KWL höher ausgefallen wäre als die Verluste durch manuelles Lüften.


Alles nicht so einfach... :?
Und am Ende hängts an jedem Einzelnen wieviel er bereit ist für eine lebenswerte Zukunft extra auszugeben...


mfg JAU

P.S. Meine PV brachte nur 743kWh/kWp (statt 820), ich könnte echt in Tisch beißen... :(

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von trivet » 1. Jan 2014, 12:27

JAU hat geschrieben:Das ist ja dann doch recht überschaubar.
Auch wenn die Kosten für den recht aufwändigen Dachumbau natürlich noch nicht mit drin sind. ;)
Nein, das hat nochmal gutes Geld gekostet.
Aber das Dach war vierzig Jahre alt und sowieso fällig, die Fenster dito.
Insofern vermisch(t)en sich Sanierung und Instandhaltung.

Für die Aufständerung hatte der Architekt die Idee, einfach in Verlängerung der Dachlinie zu gehen und so die Solarthermie optimal zu stellen.

Bilder vom Dach:
Dateianhänge
bis10Mai2007 092.jpg
bis10Mai2007 077.jpg

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Re: Sonnenhaus

Beitrag von JAU » 1. Jan 2014, 13:23

trivet hat geschrieben:Aber das Dach war vierzig Jahre alt und sowieso fällig, die Fenster dito.Insofern vermisch(t)en sich Sanierung und Instandhaltung.
Ist aber auch besser die zusätzlichen Kosten gleich zu stemmen, statt zu sagen: "das richten wir später".
Man sieht oft genug das zwar sofort die Fenster getauscht werden, die Fassade aber erst später gerichtet wird. Die Schwachstelle Laibung wird völlig vernachlässigt. :roll:

Von der Seite betrachtet ist die Änderung dann aber auch nicht mehr so wild. Die alten Dächer haben ja meist recht kleine, quadratische Sparren. Da hat man eh kaum Platz für Zwischensparrendämmung. Ich vermute mal das ihr auch aufgedoppelt habt (neue Sparren auf die alten aufgeschraubt)?

Musstet ihr fürs Dachständer versetzen eigentlich was abdrücken?
Bei mir war nur das Spannseil im Weg. Weil die Dödel von der Fremdfirma das aber zu flach montiert hatten (der Firstziegel passte nicht drunter) mussten sie zweimal ran. Kosten: keine.


mfg JAU


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